SPRACHTHERAPIE FÜR ERWACHSENE

 

Erworbene Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen führen meist plötzlich zu einer starken Einschränkung des alltäglichen Lebens. So gilt es,  Ihre Alltagssituation nach neuestem wissenschaftlichen Standard zu verbessern oder wieder herzustellen.

Zeitpunkt und Dauer
Die logopädische Therapie sollte so frühzeitig wie möglich beginnen, d.h. bei neurologischen Erkrankungen schon in der Akut-/Anfangsphase, sobald es der Allgemeinzustand des Patienten erlaubt. Eine Therapieeinheit beträgt in der Regel 45 min. teilweise werden auch Intensivtherapien (tägliche Therapieeinheiten) durchgeführt. Die Häufigkeit der Therapie pro Woche ist abhängig vom Allgemeinzustand des Patienten und der Art/Phase der Erkrankung.

Ziel der Behandlung
Das allgemeine Behandlungsziel ist, dem Patienten sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen bzw. die sprechmotorischen Fertigkeiten des Patienten zu stabilisieren, zu verbessern oder zu normalisieren. Dies betrifft insbesondere den Transfer der in der Therapie erarbeiteten Inhalte in den Alltag und/oder den Erhalt/die Wiederherstellung der Berufsfähigkeit. Der Patient lernt, mit seinen reduzierten sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten sowie mit Hilfe der Schriftsprache und/oder technischen Hilfsmitteln, Gesprächssituationen zu bewältigen. Von entscheidender Bedeutung ist die Verbesserung der allgemeinen kommunikativen Kompetenz des Patienten, die sich positiv auf dessen Lebensqualität auswirkt.

Behandlungsformen
Vor jeder Behandlung wird eine der Störung und dem Leistungsvermögen entsprechende Diagnostik durchgeführt. Danach werden entsprechende Therapieziele festgelegt. Danach wird die Behandlung in Einzeltherapie begonnen und parallel dazu Angehörigenberatung durchgeführt. Zur beruflichen Wiedereingliederung können „in.vivo-Behandlungen“ erforderlich sein. Teilweise gibt es Angebote für Gruppentherapien (dies ist bei Stottertherapie sehr sinnvoll).

Bei Transport- oder Gehunfähigkeit kann die Behandlung beim Patienten zuhause erfolgen.

 

Zielbereiche

  • Wahrnehmung
  • Atmung
  • Haltung/Tonusregulierung
  • Sprachverständnis
  • Sprachproduktion (Wortfindung, Grammatik, Aussprache)
  • Sprechmotorik/Sprechgestaltung/Artikulation
  • Sprechablauf
  • Phonation
  • Lesen/Schreiben
  • Störungsspezifische kognitive Fähigkeiten
  • Störungsspezifische Krankeitsverarbeitung
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Hilfsmittelversorgung

 

Therapie- und Beratungsbereiche

Sprachstörungen bei Erwachsenen

  • Aphasie
  • Störungen auf Lautebene, des Wortschatzes, der Grammatik
    des Textverständnisses und der Textproduktion
  • Pragmatische Störungen
  • Störungen der Schriftsprache

 

Sprechstörungen bei Erwachsenen

  • Artikulationsstörungen
  • Stottern, Poltern
  • Audiogen bedingte Sprechstörungen
  • Sprechapraxie
  • Dysarthrie

 

Stimmstörungen bei Erwachsenen

  • Funktionelle Stimmstörungen
  • Organisch bedingte Stimmstörungen
  • Zustand nach Larektomie (Kehlkopfentfernung)

 

Schluckstörungen bei Erwachsenen

  • Funktionelle orofaziale Störungen (Myofunktionelle Störungen)
  • Organisch/neurologisch bedingte Schluckstörungen (Dysphagien)

 

Komplexe Störungen

  • Autismus
  • Dysarthrie
  • Hörstörungen
  • Rhinophonie/-lalie
  • Cerebrale Bewegungsstörungen
  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen